Obsidian

Robert Seidel

Die Projektion von Robert Seidel versammelt die Fragmente eines nichtlinearen Prozesses und bildet ihn auf der Fassade des neuen Deutschen Romantik-Museums ab.

Schaffensprozesse sind komplex verästelt, in ihnen verspannen sich Anspruch und Realisierung mit ungewissem Ausgang. Die Projektion von Robert Seidel versammelt die Fragmente eines solchen nichtlinearen Prozesses und bildet ihn auf der Fassade des neuen Deutschen Romantik-Museums ab.

Inspiriert von den umfassenden Archiven des Freien Deutschen Hochstifts, dem Trägerverein des Museums, und den in den vergangenen hundert Jahren zusammengetragenen Handschriften, Entwürfen und Zeichnungen wird in „Obsidian“ der schweifende Blick des Künstlers als Entdecker eingefangen, der aus einer überbordenden Fülle von Quellen etwas Ungesehenes schafft.

Seidels in Bewegung versetzte Bildwelten oszillieren zwischen gestischer Handschrift, zarter Kalligraphie und ungestümen Figurinen. Als mediale Chimären schlagen sie Brücken zwischen der geistigen Welt der analogen Romantik und der optimierten, digitalen Moderne. Während unser Alltag im Rausch der Geräte immer weniger Ruhepole bietet, durchstoßen sich in den skripturalen Filmplastiken unterschiedlichste Zeitstränge, Dimensionen und Perspektiven ohne Rücksicht auf den euklidischen Raum oder physikalische Grenzen. Mittels dramatischer Entschleunigung und willentlicher Gedankensprünge erzeugt einen abstrakten, der Natur verwandten Ruhepol.

Unterstützt von artifiziellem Nebel und eines eigens komponierten Soundtracks wird „Obsidian“ ein kristallines Assoziationsnetz entfalten, welche das Erhabene und Ungreifbare in die urbane Sinneswelt zurückholt.

Wir haben Robert Seidel während der Recherche für sein Projekt getroffen, hier gehts zum Bericht: Knietief in deutscher Romantik

Robert Seidel

Robert Seidel arbeitet an der Grenzerweiterung von abstrahierter Schönheit durch visuelle, technologische und wissenschaftliche Ansätze. Seine Projektionen, Installationen und Experimentalfilme wurden auf zahlreichen internationalen Festivals und in Museen wie dem Palais des Beaux-Arts Lille, ZKM Karlsruhe, Art Center Nabi Seoul, Young Projects Los Angeles sowie dem MOCA Taipeh gezeigt und unter anderem mit dem Ehrenpreis der KunstFilmBiennale und dem Visual Music Award Frankfurt ausgezeichnet.


Obsidian

Lichtkunst Outdoor

  • 12.–15.03.20, 19–23 Uhr
  • Deutsches Romantik-Museum, Großer Hirschgraben 17 – 21, 60311 Frankfurt am Main

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.