Der Italiener

Bernardí Roig

Zu Gast im Instituto Cervantes ist der international renommierte Multimedia-Künstler Bernardí Roig. Er präsentiert seine Videoinstallation „Der Italiener“, in der er sich mit dem 1971 gedrehten, gleichnamigen Film von Ferry Radax auseinandersetzt.

Der wenig bekannte Experimentalfilm handelt von der Verschwörung des österreichischen Schweigens, der Schuld und der Sühne durch den Selbstmord eines oberösterreichischen Fürsten und seiner Beerdigung, die nichts anderes ist als die gemeinsame Beerdigung eines ganzen Landes, das Hitler auf dem Heldenplatz gefeiert hat.

Der Künstler reduziert das Filmmaterial von Radax um die Hälfte und, ohne jegliche Deutschkenntnisse, untertitelt er die Dialoge auf Spanisch mit Phrasen aus seinem Buch „Binissalem“, veröffentlicht 2006.

Dieser Text, stark beeinflusst von Bernhards Erzählung, kehrt nun in Form von Untertiteln zurück und reflektiert über das Problem von Autorenschaft und Übersetzung. Im Zentrum steht jedoch nicht die Übersetzung von einer Sprache oder einem Medium in ein(e) andere(s), sondern von einem Kopf zum anderen, denn in unserem Kopf gibt es nichts, was uns gehört.

Vervollständigt wird die Installation durch die Skulptur „The Cow“, ein Polyesterharzabguss einer geschlachteten Kuh, aus der ein Bündel Leuchtstoffröhren mit unterschiedlichen Lichtintensitäten herausquillt. Neben Referenzen zu Rembrandt, Soutine oder Bacon bezieht sich das Werk auf das feierliche Festopfer, das eines der zentralen Elemente von Bernhards Text und Radaxs Film ist.


Der Italiener

Lichtkunst Indoor

  • 12.–15.03.20, 10–22 Uhr
  • Instituto Cervantes – Festivalzentrum, Staufenstrasse 1, 60323 Frankfurt am Main

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