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17.01.2020

„Menschen für nachhaltiges Bauen begeistern“

Die Luminale versteht sich als Plattform, um lokale Akteure zusammenzubringen und für die Herausforderungen von Stadtgestaltung zu sensibilisieren. Ein Projekt der BETTER CITY-Sektion: Das GRÜNE SCHAUHAUS FERDI von PIER F – Zukunftshafen Frankfurt. Gründerin Susanne Petry erzählt, was hinter der Initiative steckt.

Eingang FERDI © PIER F

Im Zuge der nötigen Diskussionen um Treibhausgase oft vergessen wird die Baubranche: Sie ist global betrachtet für einen Großteil aller CO2-Emissionen verantwortlich. Allein die Zementproduktion nimmt etwa vier bis acht Prozent der globalen CO2-Emission ein; nimmt man den gesamten Sektor Wohnen und Bauen hinzu, landet man je nach Rechenmodell leicht im zweistelligen Bereich. Hier liegt also ein nochmals deutlich höheres Einsparpotenzial, als dies beispielsweise beim gesamten individuellen Flugverkehr weltweit der Fall wäre.

Als Architektin beschäftigt sich Susanne Petry schon seit vielen Jahren mit dem Thema nachhaltiges Bauen. 2010 gründete sie die Kommunikations- und Wissensplattform Architektur im Dialog (AiD), die Entscheider und Akteure zusammenbringt und für das Thema begeistert und sensibilisiert. Ein AiD-Dauerbrenner sind die KLIMAtours, Fachführungen zu den energieeffizienten Gebäuden der Stadt. 2015 entwickelte sich aus dem AiD-Gedanken heraus PIER F – Zukunftshafen Frankfurt als praxisorientierte Bildungs- und Begegnungsstätte. Für Petry, die lange Mitglied im Vorstand des Umweltforums war und als 1. Vorsitzende des Zukunftshafen Frankfurt e.V. fungiert, ist PIER F mit Standort im Osthafen ein Herzensprojekt. Seit Längerem suchte sie darüber hinaus nach dem geeigneten Ort, um Ideen und Theorien ganz praktisch präsentieren zu können: „Wir haben schon lange nach einem passenden Rahmen gesucht. Über das Frankfurter Projekt RADAR sind wir schließlich auf das leerstehende Gebäude eines Logistikunternehmers in Fechenheim gestoßen.“ Hier, im leeren Gebäude FERDI, soll nun in Kooperation mit dem Eigentümer nach und nach entstehen, was sich die PIER-F-Macher*innen als lebendigen Showroom, Labor und Experimentierfeld vorstellen – offen für alle, die daran partizipieren möchten. Von nachhaltigen Baulösungen über bauliche Klimaanpassungen (Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelungen etc.) bis hin zum Interieur mit „Vorhängen und Teppichböden aus ,grünen‘ Materialien“ ist man für alles offen. In puncto Format ist das Konzept FERDI ebenfalls vielfältig aufgestellt; neben klassischen Schaumöglichkeiten könnten neue Konzepte zum Beispiel auf Lesungen vorgestellt, in Workshops oder auf dem Podium diskutiert werden. Auch ein nachhaltig konzipiertes Café fürs Quartier kann sich Initiatorin Petry vorstellen. So soll das GRÜNE SCHAUHAUS FERDI einen Beitrag zur klimagerechten Stadt leisten.

Gerade dass sich das FERDI noch in der Konzeptphase befindet, sieht Petry als wichtige Qualität. „Wenn man sich sonst Beispiele für nachhaltiges Bauen anschaut, dann sind die Bauwerke ja in aller Regel schon abgeschlossen. Wir wollen kein Gebäude schaffen, das bald fertig ist. Und wir wollen das auch nicht allein voranbringen. Wir brauchen viele Leute, die Inspirationen liefern und Lust haben, mitzumachen. Das grüne Schauhaus lebt ja vom Netzwerken. Dieser Netzwerkgedanke ist uns wichtig“, fasst Petry zusammen. Durch die Teilnahme an BETTER CITY im Programm der Luminale 2020 hofft die Initiatorin, mehr Aufmerksamkeit für das Projekt zu schaffen: „Wir möchten viele Menschen für das Thema nachhaltiges Bauen begeistern.“ Dabei ist sich Petry durchaus bewusst, dass das FERDI für viele Luminale-Besucher*innen mit dem Standort Fechenheim ein wenig ab vom Schuss liegt. Eine Idee: Eine KLIMAtour per Rad, auf der Teilnehmer*innen Beispiele für Nachhaltigkeit auf dem Weg erleben können – und dabei nebenbei auch das Projekt kennenlernen.

Sa., 14.03.20, 15–17 Uhr, Anmeldung & weitere Info unter s.petry@pier-f.de.

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